Urlaub auf den Kanaren
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| ITER Vulkanforschungszentrum - Teneriffa |
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Vulkanforschungszentrum ITER – zehn Jahre höchstes Niveau
Kanarische Forscher operieren weltweit
Teneriffa - Das vulkanische Forschungszentrum Teneriffas, ITER, arbeitet seit zehn Jahren auf höchstem Niveau. In einer Pressekonferenz zogen das Institut eine beeindruckende Bilanz.
Die Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Nemesio Pérez, verfügen über modernste Geräte, die rund um die Uhr, das ganze Jahr über, alle signifikanten Parameter der geothermischen, geophysikalischen und geochemischen Aktivitäten des Teide-Gipfels aufzeichnen.
In einem Computer-Netzwerk in der Basisstation an der Südostküste der Insel laufen alle Eckdaten zusammen und werden ausgewertet. Darüber hinaus finden regelmäßige Kampagnen statt, die weitere wichtige Einflussgrößen erfassen.
Auf einer Fläche von einem halben Quadratkilometer am Gipfel des Teide werden zusätzliche Messungen vorgenommen, die das Bild komplettieren, um so eine genaue Vorstellung von dem Aktivitätsgrad des Vulkans zu erhalten. Besondere Bedeutung wird dem Ausstoß von Kohlendioxid beigemessen.
Vom größten Vulkan Spaniens aus, entweichen täglich rund 150.000 Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Nur rund 3.000 Tonnen sind dabei sichtbar. Der Cumbre Viejo auf La Palma entlässt täglich, völlig unbemerkt, 1.000 Tonnen des natürlichen Gases in die Luft. Gerade deshalb sind diese Werte nicht nur als die Belastung der Atmosphäre von eminenter Bedeutung.
Drastische Veränderungen deuten auf mögliche Eruptionen hin. Im Jahre 2001 registrierten die Messgeräte einen signifikanten Anstieg der täglichen CO2-Belastung, der sich drei Jahre später, 2004, in Form von Erdbeben und einer Anhebung der Alarmstufe manifestierte. Aufgrund der exakten Daten sowie der Erfahrungswerte, können die Forscher gefährliche Entwicklungen voraussehen und so im Bedarfsfall frühzeitig Schutzmassnahmen für die Bevölkerung treffen.
Außerdem arbeiten die kanarischen Vulkanologen weltweit mit verschiedenen Universitäten auf allen Kontinenten zusammen. In der Vergangenheit wurden sie mehrfach um Unterstützung gebeten. Sie erfassten unter anderem die Daten des Laacher Sees in der Eifel, mehrerer Vulkane auf dem europäischen Festland, in Zentralamerika, Asien, auf den Galápagos-Inseln und auf den Kapverden.
Sowohl die modernen Geräte als auch die Professionalität des Teams um Dr. Peréz haben für einen hervorragenden Ruf des kanarischen Instituts in aller Welt gesorgt.Auch für die Zukunft haben sich die Vulkan-Spezialisten hohe Ziele gesetzt. Neben einem ausgedehnten und differenzierten Überwachungsnetz, das zu jedem Zeitpunkt die Sicherheit der Inselbewohner sicherstellt, untersuchen sie die Auswirkungen der Vulkane auf die Ökonomie ihrer Umgebung.
Weitere Studien im Bereich der Geothermik sollen auf den Kanaren realisiert werden. Den Nachbarn auf den Kapverden, deren geologische Faktoren, denen der Kanaren sehr ähneln, hat man Hilfestellung angeboten, um auch dort das vulkanische Risiko zu minimieren.
Des Weiteren ist die Produktion einer DVD geplant, bei der der Ausbruch des Teneguía im Jahr 1971, anhand authentischer Messdaten nachgestellt werden soll. Zudem bemüht sich das Team des ITER-Forschungszentrum darum, den Zuschlag für den 2009 stattfindenden VI. Internationalen Vulkan-Kongress, unter dem Motto „Cities on Volcanes“ („Städte auf Vulkanen), zu erhalten.
Dann würden sich die Spezialisten aus aller Welt auf Teneriffa treffen. Ebenfalls 2009 begeht man den 100-Jahrestag des verheerenden Ausbruchs des Chinyero, der am 18.11.1909 stattfand und den Prunk der einst florierenden Hafenstadt Garachico unter seinen Lava-Massen begrub. Dank der High-Tech-Geräte und dem Wissensstand der heutigen Vulkanologen kann sich dieses zerstörerische Szenario nicht mehr wiederholen und die Bewohner der Kanaren dürfen sich in Sicherheit wiegen. |
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