elmedano

Urlaub auf den Kanaren
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| Der verschlafene Nikolaustag |
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Der verschlafene Nikolaustag
„Oh fein“, jubelte Luja jetzt, „da bin ich auch gespannt darauf. Ich habe das ja noch nie gesehen!“ Ihr müsst nämlich wissen, dass Luja noch nicht lange bei den Engeln im Himmel war und vieles war auch noch ganz neu für sie. Langsam wanderte die Sonne immer weiter herauf, der Tag erwachte und der Morgenstern leuchtete heute ganz besonders schön. „Komisch“, überlegte Santa, „es rührt und regt sich heute gar nichts. Wo bleiben denn nur die Tagesenglein? Luja schau doch ´mal schnell im Wolkenschloss nach, was da los ist!“ Luja räkelte sich ein bisschen, spannte die Flügel und flog blitzschnell davon.
Kurze Zeit später war sie wieder da, ganz aufgeregt und außer Atem. „Santa, Santa stell´dir vor, die schlafen alle noch! Alle Engel und sogar der Nikolaus liegen in tiefem Schlaf! Ich habe gerufen und geklingelt, aber die rühren sich einfach nicht!“ „Was?“ rief Santa entsetzt „Haben die das Kling-Klang-Gloria nicht gehört? Was sind denn das für neue Sitten? Die haben wohl einen Knoten im Flügel oder was?“ Die Beiden setzten sich hin und überlegten, was jetzt wohl zu tun sei. Plötzlich kam laut knurrend und brummend der Sandmann daher. „Santa!“ polterte er „Was habt ihr mit meinem Traumsand gemacht? Mein ganzer Sack ist leer! Das ist ein aber ein blöder Scherz – los gib ihn mir sofort wieder, ich will schlafen gehen!“ „Was iiich?“ rief Santa empört „ja, seid ihr denn heute von allen guten Wolken verlassen? Was soll ich denn mit deinem Sand?“ „Wie, wie sieht denn der Sack aus?“ fragte Luja ganz leise.
Der Sandmann hielt ihr den Sack vor die Nase, „Na das da, das ist mein Sack! Das weiß doch hier jeder!“ „Ach herrje“ piepste Luja noch leiser als vorher, „den habe ich gestern in den Nachttee getan. Ich, ich dachte, das ist Zucker!“ „Was?“ polterte Sandmann schon wieder. „Mein schöner Sand liegt da als Zucker im Tee? Das darf doch wohl nicht wahr sein!“ „Ach du liebes Klingeling, deshalb schlafen die jetzt auch alle so tief und fest! Was machen wir denn nur?“ Während sie alle da saßen und überlegten, klopfte es laut an der Himmelstür. „Ich mach schon auf!!“ rief Luja, die ein ganz schlechtes Gewissen hatte.
So ein dummer Fehler aber auch, den Zucker mit dem Schlafsand zu verwechseln. Naja, das kann ja jedem einmal passieren, aber ausgerechnet heute! Sie war jetzt an der Himmelspforte angekommen und öffnete sie geschwind. Draußen saß eine grau-weiß-getigerte Katze und schaute sie neugierig an. „Ja wer bist denn du?“ fragte Luja und nahm die Katze auf den Arm „Ich bin Susi, die Katze von Peter und ich bin letzte Nacht gestorben, weil ich schon so alt war und jetzt bin ich hier bei euch! Ach ist das schön! Mir tut gar nichts mehr weh und ich kann hüpfen und klettern, wie ein junges Kätzchen! Ja aber jetzt musst du mich ganz schnell zum Nikolaus bringen – ich muss ganz dringend mit ihm sprechen!“ „Na nun mal langsam! lachte Luja über die muntere Katze. „Komm erst mal mit zu Santa und Sandmann!“
Die Beiden begrüßten die Katze ganz herzlich im Himmel und erzählten ihr, was für ein Durcheinander sie an diesem Morgen hatten. „Lasst mich mal versuchen! Ich habe bei Peter auch immer einen ganz sicheren Trick gehabt! Zeigt mir doch, wo die alle ´rumträumen!“ schlug Susi vor. Es war schon fast Mittag und außerdem Nikolaustag – irgendetwas musste dringend geschehen“ Also flogen die beiden Engel mit Susi zum Wolkenschloss Als sie die vielen Engel sah, hopste sie von einem Bett zum anderen. Den einen biss sie in die Zehen, dem Nächsten leckte sie übers Gesicht und den anderen hüpfte sie auf dem Bauch herum. Endlich hatte sie es geschafft! Alle Engel waren wach und guckten ziemlich verschlafen und verdutzt aus ihren Wolkenbettchen heraus.
Santa und Luja erklärten ihnen ganz schnell, was geschehen war
und trieben sie zur Eile an. „nun macht schon – heute ist doch
Nikolaustag!“ Bim, Bam Gloria, schnell, schnell!“ riefen die Engel ganz
aufgeregt durcheinander. „Wie gut, dass wir gestern schon so viel
vorbereitet haben! Aber trotzdem nichts wie an die Arbeit! Schnell!
Schnell!“ „So jetzt muss ich aber zum Nikolaus!“ rief Susi „Unbedingt!
Ich muss ganz dringend mit ihm sprechen!“ „Ach Potz-Schlafsack, den
müssen wir ja auch noch wach kriegen!“ stöhnte der Sandmann und lief
auch schon zur Nikolausstube. Denn die Engel hatten ja jetzt wirklich
genug zu tun!
Susi huschte ihm natürlich hinterher. Man hörte ihn schon von weitem schnarchen und als der Sandmann die Tür öffnete, lag er da in seinem weißen Wolkenbett, mit einem roten Schlafanzug, einer riesengroßen Zipfelmütze und dem langen weißen Bart. Eigentlich konnte man nur seine rote Nase in dem ganzen Bettzeug sehen. „He, he Nikolaus wach doch endlich auf! Heute musst du noch von Haus zu Haus, alle Kinder warten drauf!“ rief der Sandmann. Aber außer einem „Ch-Ch-sch-sch-sch“ war von dem Weihnachtsmann nichts zu hören. „Das also ist der Nikolaus“, dachte Susi ehrfürchtig. Sie hatte immer gerne zugehört, wenn Peter´s Mutter ihm Weihnachtsgeschichten vorlas.
Meistens saß sie dabei auf seinem Schoß und schnurrte. Ja, Ja der Peter! Da fiel Susi sofort wieder ein, dass sie ganz dringend mit ihm sprechen musste. Mit einem Satz hüpfte sie auf sein Bett, kratzte an der Bettdecke, schleckte ihm die große rote Nase ab, zog an seinem Bart und als das alles nichts nützte, sprang sie auf seinen Bauch. Heissa, das war fast wie ein Trampolin – so dick war sein Bauch. Und so langsam fing er an, sich zu recken und zu strecken. Der Sandmann rüttelte und schüttelte ihn auch noch ein bisschen. „ja, du löcheriger Weihnachtsstrumpf! Wer weckt mich den da so unsanft aus meinen schönen Träumen?“ murmelte Nikolaus. „Schnell, schnell Nikolaus, gleich musst du aus dem Bett heraus!“ rief der Sandmann und erzählte ihm, wie spät es schon war. Da war er sofort wach und schlüpfte aus seinem Bett. Ganz schnell wusch er sich, kämmte sich das Haar und den Bart, zog Mantel und Stiefel an. Susi hüpfte neben ihn auf den Stuhl und sagte „Miau, ich muss dich ganz dringend sprechen.
Also pass auf! Ich bin heute erst in den Himmel gekommen und freue mich sehr darüber, weil ich auf der Erde schon so alt und krank war. Aber ich habe dort einen guten Freund – den Peter. Bei dem habe ich nämlich gewohnt und der ist jetzt bestimmt ganz traurig, dass ich nicht mehr bei ihm bin. Und wenn der Peter da unten traurig ist, kann ich doch hier gar nicht richtig glücklich sein! Könntest du ihm heute vielleicht ein ganz besonderes Geschenk machen?“ „Mhm“, überlegte Nikolaus, „da muss ich mir wohl was überlegen, aber zuerst schauen wir doch ´mal, wie es deinem Freund geht!“ Er machte ein Himmelsfensterchen auf und tatsächlich – man konnte bis in Peter´s Haus gucken. Susi konnte es kaum glauben. Es war inzwischen Nachmittag und Mutter sagte gerade zu ihm „Na komm schon Peter, jetzt stell´ doch deine Stiefel vor die Tür – heute ist doch Nikolaustag!“ „Pah, der – der kann mir die Stiefel aufblasen! Ohne meine Susi, mag ich kein Weihnachten, keinen Nikolaus und überhaupt gar nichts mehr!“ Im Himmel wurde das Fensterchen wieder zugemacht und der Nikolaus schaute nachdenklich drein. „Du darfst Peter nicht böse sein, weil er so über dich gesprochen hat.
Er ist wirklich ein feiner Junge!“ „Ja, ja ich weiß“, beruhigte er das Kätzchen, „ aber Potz Plätzle, irgendetwas Besonderes muss ich mir da heute schon noch einfallen lassen. So jetzt muss ich aber los!“ „Aber, was wird denn nun aus meinem Peter?? Du gehst los und weißt noch gar nicht, was du machen willst?“ fauchte Susi. „Na, na, ein bisschen vertrauen musst du mir schon und ich spüre es in meinem Bart, dass mir noch etwas Tolles einfallen wird. Weißt du was? Ausnahmsweise darfst du heute aus meinem Himmelsfensterchen schauen, wenn ich zu deinem Peter gehe!“ „Oh fein!“ jubelte sie und setzte sich gleich auf dem Fensterbrett bereit.
Sie winkte ihm nach und wünschte ganz fest, dass er eine gute Idee haben sollte. Sankt Nikolaus stapfte inzwischen auf der Erde von Haus zu Haus und dazwischen fuhr er mit seinem Schlitten von Ort zu Ort. Als er in dem Ort ankam, in dem Peter wohnte, graulte er nachdenklich in seinem langen weißen Bart. Ihm war noch nichts eingefallen, was den Peter trösten könnte. Da plötzlich, was war das? Er hörte ein leises Geräusch und sah einen wackelnden Busch. Nikolaus stieg von seinem Schlitten herunter und schaute vorsichtig unter den Busch. Und was sah er da? Ein kleines weiß-grau-getigertes Kätzchen, das jämmerlich fror und ganz alleine war.
Er hob es auf und steckte es in seinen warmen Mantel. „Was machst du denn hier?“ fragte er das kleine Tierchen. „Brrrh, die sind umgezogen und haben mich einfach hier gelassen. Brrh, und es ist doch so kalt im Schnee!“ Sankt Nikolaus streichelte das kleine zitternde Kätzchen und flüsterte „Mach´ dir keine Sorgen mehr. Ich bringe dich an einen Platz, wo es dir ganz besonders gut gehen wird!“ „Wirklich?“ miaute das kleine Fellknäuel unter seinem Mantel. „Wirklich!“ bestätigte Nikolaus und lief schnurstracks zu Peter´s Haus. Dort steckte er es in Peter´s warmen Stiefel und klopfte ganz laut an die Tür. „Hier bist du gut aufgehoben!“ murmelte er und verschwand. Peter öffnete lustlos die Tür und kriegte vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zu.
Da saß doch tatsächlich ein winziges Kätzchen in seinem Stiefel, das fast so aussah, wie seine Susi. „Uiiih“, staunte er. Gleich hob er das Kleine auf, trug es in die warme Stube und holte ihm Milch. „Süßigkeiten sind heute nicht so wichtig!“ rief er seiner Mutter zu und verschwand mit seinem neuen Freund in seinem Zimmer. Es schmiegte sich glücklich an ihn und schnurrte leise. „Der Nikolaus ist doch ein guter Mann, woher er das nur wusste? Ich werde dich Susanni nennen, wie in den Weihnachtsliedern.“ murmelte Peter. Er kuschelte sich in sein Bett und beide schliefen überglücklich ein. Und droben im Himmel schloss Susi das Fensterchen. Auch sie freute sich. „Tolle Gefühle hat der in seinem Bart!“ miaute sie vergnügt und hüpfte in das Bett vom Nikolaus. Dort schlief sie von nun an jeden Tag, denn durch Peter waren auch Nikolaus und Susi richtig gute Freunde geworden.
Copyright Sabine Virgin |
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