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Kategorie: Corpus Christi - Sandteppiche La Orotava 2008
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Abaco - Folklore, Museum und Cocktails – alles unter einem Dach

 

 

Abaco - Puerto de la Cruz - Teneriffa - Die Geschichte des Landsitzes, La Mansion de Durazno, der heute als Abaco bekannt ist, geht bis in die Zeiten der Eroberung zurück.

 

Am 6. Juni 1502 wurde Bartolome Benitez de Lugo, ein Neffe des Oberbefehlshabers Alonso Fernandez de Lugo, für seinen Einsatz im Kampf gegen die tinerfenischen Ureinwohner großzügig mit Ländereien belohnt. Darunter war auch das heutige Durazno, das zu dem Herrschaftsgebiet des Menceyes Taoro gehörte.

 

Der spanische Grundbesitzer pflanzte Zuckerrohr und baute sein neu erworbenes Eigentum zu einem florierenden Unternehmen aus. Ihm sind die Entstehung einer Zuckerrohrfabrik, einer Getreidemühle sowie des Franziskanerkloster in La Orotava zu verdanken. Damals war das Land noch dem Ackerbau vorbehalten. Der Grund wurde nach einer männlichen Erbfolge weitervererbt. Im 16. Jahrhundert begann der dritte Besitzer Wein anzubauen.

 

Sein Nachfolger folgte dieser damals neuen Linie und baute das Anwesen mit einer Weinpresse und Weinkellern weiter aus. Britische Besucher waren von dem Wein so begeistert, dass sie ihn nach England mitnahmen und fortan wurde er sogar im Königshaus kredenzt. Erst der achte Besitzer des Landhauses, Graf von La Gomera, der eine Tochter des Hauses geehelicht hatte, ließ im 18. Jahrhundert das Herrenhaus, „La Casona“ bauen.

 

Nach der Fertigstellung zog er sich aus La Orotava zurück, um abseits des Volkes, die Ruhe des Landsitzes zu genießen. Er hatte den Bürgern La Orotavas verübelt, dass sie sich weigerten, ihn mit „Seine Exzellenz“ anzusprechen, wie es eigentlich, gemäß seines Titels angemessen wäre. Er errichtete auch die hauseigene Kapelle, die dem „Heiligen Anton gewidmet“ ist und seither an das Familienmitglied vererbt wird, das den Namen Anton oder Antonia trägt. Diese Heiligenfigur stammt etwa aus dem Jahr 1537, ihre Herkunft ist allerdings unbekannt. Im 19. Jahrhundert wurde das Haus vorübergehend an eine englische Familie vermietet.

 

Die damalige Gouvernante, die für die Erziehung der Kinder zuständig war, ließ in den Ecken ihres Zimmers ein Gebet anbringen, das noch heute dort zu lesen ist. Es lautet; „Einige haben Nahrung und können nicht essen, andere möchten essen und haben keine Nahrung. Wir haben Nahrung und können essen, und dafür danken wir dem Herrn.“ Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Haus mehrmals verkauft, bis es der heutige Besitzer, Don Raul Hernandez Alonso erwarb.

 

Heute beherbergt es ein Museum und gleichzeitig eine Cocktailbar. Tagsüber, zwischen 9.30 Uhr und 13.30 Uhr steht es allen offen, die gerne einen Blick in die eleganten Räumlichkeiten werfen wollen. Nur dienstags ist Ruhetag. In dem Eintrittspreis von sieben Euro sind ein Getränk und eine Folkloreshow (um cirka 11 Uhr) inbegriffen. Ab 20 Uhr verwandelt sich das Museum in eine Cocktailbar, die den Gästen internationale Drinks in einer besonders stilvollen Atmosphäre und am Wochenende Live-Musik bietet.

 

Wer möchte kann sich in den wunderschönen Innenhof zurückziehen, der wie ein herrlicher Garten angelegt ist und einen wunderschönen Panoramablick auf Puerto de la Cruz und den Atlantik gewährt. Unter anderem sind die ehemaligen Schlafgemächer und die Bibliothek Barräume. Während des Aufenthaltes kann man sich in allen Zimmern frei bewegen und das stilvolle Ambiente genießen.

 

Im Kaminzimmer dominiert die Pino Canario. Das resistente Tea-Holz galt als besonders widerstandsfähig und ist noch im Originalzustand aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Wände und Decken sind mit  europäischen Antiquitäten bestückt, die die ehemaligen Besitzer von ihren Reisen mitgebracht haben. Selbst die alten Fensterbänke, die zum typisch kanarischen Baustil gehören, sind noch erhalten. Dort blickte man aus dem Fenster, um seine Umgebung zu beobachten oder nutzte es bei der Brautwerbung um sich anzunähern.

 

Das Paar saß sich, natürlich im Beisein der Mutter, gegenüber, um einander kennen zu lernen. Löschte die Mutter die Kerzen, war dies der unmissverständliche Hinweis, dass sich der Jüngling doch bitte verabschieden möge. Das Esszimmer wird von einem Lüster aus mallorquinischem Kristall mit edlen Blütenzierden beleuchtet. Auch im ausgeschalteten Zustand ist dies ein echter Blickfang. Die Mischung aus altem Gemäuer, antikem Mobiliar und moderner Cocktailbar ist einzigartig. Wer möchte, kann sich auch eine Kreation des Hauses mixen lassen und sich einen Moment lang vorstellen, wie es gewesen sein mag, als das Leben der Menschen noch ganz anderen Gesetzen folgte.

 

Fotos Abaco finden Sie hier in der Fotogalerie Abaco 

 

 

 

 

 

 

 
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