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Teneriffa - Anthropologisches Museum PDF Drucken E-Mail

  

Anthropologisches Museum - Die Casa de la Carta –

ein Ort kanarischen Brauchtums

 

 

Valle Guerra - Teneriffa -  Die Casa de la Carta, die das anthropologische Museum seit 20 Jahren beherbergt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das Gemäuer selbst ist also Zeitzeuge der Entwicklung Teneriffas. Ursprünglich wurde es von der Familie de la Guerra, die auch der Gemeinde den Namen gab erbaut, ging dann im Jahre 1726 in den Besitz des kanarischen Hauptmanns Matías Rodríguez Carta über.

 

Vom ihm und seiner Familie wurde es vor allem zur Erntezeit als Residenz genutzt. Später, 1976, erwarb die Inselregierung das Anwesen und eröffnete dort, nach elf-jährigen Restaurierungsarbeiten, das heutige Museum. Viele Geräte, die das kanarische Leben prägten und prägen wurden zu einer umfangreichen Kollektion zusammengefügt.

 

Mit der Kolonialisierung kam die Webkunst aus Asien und China zunächst nach Europa und später auf die Inseln. Die Decken wurden für die Bettstatt, als Rucksack oder auch zum Aufsammeln von Früchten genutzt. Vor rund 500 Jahren kam die Kunst der Seidenspinnerei nach Teneriffa und La Palma.

 

Auf der kleinen, grünen Schwesterinsel wird sie auch heute noch betrieben. . Zwölf Arbeitsschritte sind, von der Raupe bis zum fertigen Tuch notwendig und werden dem Besucher erklärt. Alte Truhen aus Zedern- oder Teaholz wurden früher nicht nur zum Reisen, sondern vor allem für die Lagerung der Lebensmittel oder als Kommode, in der die Kleidung mottensicher verwahrt werden konnte, genutzt. Verschiedene Formen, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, sind gut erhalten zu bewundern.

 

Ein weiterer wichtiger Erwerbszweig war der Tabakanbau. In den mittleren Höhenlagen Teneriffas und La Palmas gedieh diese Pflanze besonders gut. Sie bot den Landwirten, nach der Cochinilla-Krise im 19 Jahrhundert, eine attraktive Alternative. Bei Ausstellungen in Paris in den Jahren 1867 und 1878 wurden die kanarischen Zigarren lobend erwähnt. In Cadíz gewann die „kanarische Handgedrehte“, 1879, sogar eine Prämie. Bis zum heutigen Tag sind die Zigarren aus La Palma für ihre Güte und Qualität bekannt.

 

Einen großen Raum nimmt die Ausstellung der verschiedenen Trachten der Inseln ein. Nicht nur je nach kanarischer Insel, sondern auch nach Ortschaften und sozialem Rang entwickelte sich eine ganz unterschiedliche Kleiderordnung. Diese Trachten werden noch heute gepflegt. Zu den typischen „Baile de Magos“, (großer Tanzabend bei jeder Romería) erhält nur Zugang, wer kanarische Kleidung trägt. Weitere Abteilungen widmen sich der Töpfer- und Häkelkunst sowie den inseltypischen Musikinstrumenten.

 

Aus Naturmaterialien, wie unter anderem Bananen- und Palmenblättern, Zuckerrohr oder Teilen des Kastanienbaums stellten die kreativen Inselbewohner Seile, Körbe, Vogelkäfige und sogar erste Fischfangreusen her. Das Zentrum, das das kanarische Alltagsleben so richtig lebendig werden lässt, ist die nachgebaute Küche. Dort walteten die Hausfrauen nach strengen Regeln. Sie war in drei prinzipielle Teile gegliedert. Die Ecke zum Brot backen, die Kochstelle sowie der Bereich des Wassers, in dem abgewaschen wurde. Den Mittelpunkt bildete ein großer Tisch, an dem sich die Familie versammelte.

 

Viele Alltagsgegenstände wurden zusammen getragen und vermitteln den Eindruck, als sei hier erst gestern noch gekocht und gelebt worden.Vor der Küche befindet sich ein typischer Kräutergarten. Die aromatischen Pflanzen wurden sowohl zur Essensbereitung, wie auch als kleine Hausapotheke genutzt.

 

Der großflächige Außenbereich veranschaulicht in Nebengebäuden, mit welchen Ackergeräten, die Erde bearbeitet oder Wein gekeltert wurde. Verschiedene Mühlen die meist von Menschen durch mühevolle Kraftanstrengung bewegt wurden, zeugen von den Mühen, die die Herstellung des traditionellen Gofios gekostet haben. Vor allem geröstetes Getreide wurde zu Gofiomehl verarbeitet, aber es gab auch Rezepturen, die das beliebte Grundnahrungsmittel aus Hülsenfrüchten oder getrocknetem Obst herstellten. Bei einem Rundgang durch das Treibhaus und den Garten, in dem die einstigen Bewohner „lustwandelten“, ist man umgeben, von einer Fülle aromatischer, duftender Nutz- und Zierpflanzen sowie erfrischenden Wasserspielen und Schatten spendenden Bäumen.

 

In einem Zelt und einer „Arena für Zugtiere“ finden kulturelle oder didaktische Veranstaltungen statt. Dem Museum angegliedert ist ein bibliographischer Fonds, der sich auf die Bereiche Ethnologie und Anthropologie spezialisiert hat.

 

Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 19 Uhr. An Weihnachten, Silvester, Dreikönig und Faschingsdienstag bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt für Erwachsene beträgt drei Euro, Kinder sind gratis. Mit einer Bono-Buskarte erhält der Besucher eine 50-prozentige Ermäßigung. 

 

Das Museum befindet sich in der Calle El Viso No.44 und ist ausgeschildert.

 

Fotos  Anthropologisches  Museum  finden Sie hier in der Fotogalerie  Anthropologisches  Museum

 

 
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