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| Teneriffa - Der Nava-Palast |
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La Laguna.
Der aus Flandern stammende Jorge Grimón war der Begründer dieses weitläufigen Hauses aus dem 16. Jahrhunderts. Er hatte den Feldzug von Alonso Fernàndez de Lugo tatkräftig unterstützt und erhielt zum Dank, am 25. April 1500, Grundbesitz auf der neu eroberten Insel.
Durch Heirat vergrößerte sich der Familienbesitz immer mehr, sodass sein Nachfahre Tomás de Nava Grimón den ersten Markgrafentitel auf Teneriffa erhielt. Das Eingangsportal, aus dem Jahre 1585, zeigt das in Stein gemeißelte Wappenschild der Familie.
Die Familie galt im Laufe der Jahrhunderte als eines der wichtigsten Geschlechter der Insel. Führende Positionen in der Stadtverwaltung und innerhalb der politischen Machtstrukturen wurden immer wieder von ihr besetzt. Das Interesse der Navas galt aber auch intellektuellen und kulturellen Kreisen. Aus ihren Kreisen kam der Gründer des botanischen Gartens in Puerto de la Cruz , sie gründeten Kulturzirkel und sorgten im 18. Jahrhundert durch die „Königliche Wirtschaftsgesellschaft der Freunde Teneriffas“ für erste Sozialprogramme, die die schlimmste Not der armen Bevölkerung zu lindern versuchte.
Ebenso stellten sie sich gegen die alleinige Erziehung der jungen Generation durch den Klerus und setzten sich für innovative Ideen ein. Außerdem exportierten sie als Erste kanarischen Wein nach Großbritannien. Selbst in Werke des britischen Dichters Shakespeare wurde der Rebsaft der glückseligen Inseln lobend erwähnt. Das Gebäude weist typische Bauelemente der verschiedenen Epochen auf.
Die beiden parallelen Säulen am Hauptportal sind charakteristisch für den spanischen Renaissancestil. Das Balkongeländer im Obergeschoss wurde 1590 von dem bekannten Steinmetz Juan Benítez angefertigt. Es ist im Original erhalten, während die Fenstereinfassungen im Laufe des 18. Jahrhunderts dem klassizistischen Baustil angepasst wurden. Ein drittes nennenswertes Element aus dem 17. Jahrhundert ist der altar-ähnliche Aufbau, der dem Barock zuzuordnen ist.
In der Mitte befinden sich das Wappen und an den Seiten jeweils paarweise salomonische Säulen, die eine ausgesprochene Seltenheit in der kanarischen Hausarchitektur darstellen. Dem Sinn für Kunst und Kultur ist auch ein sehenswertes Weihnachts-Triptychon, der flandrischen Schule, zu verdanken. Es wurde im 16. Jahrhundert für den privaten Gebetsraum der Familie in Auftrag gegeben.
Das Mittelelement, mit der Geburt Christi soll vom Maler Pieter Coecke geschaffen worden sein. Die beiden Seitenteile , die Beschneidung und die Vorstellung des jungen Jesu im Tempel wurde von dessen Schülern gemalt. Schließt man das Triptychon, ist als weiteres Bild die Verkündigung zu sehen. Das bedeutende Kunstwerk wurde nach Jahren der durch Erbschaft verursachten Zerrissenheit wieder vereint und ist heute im Städtischen Museum der Schönen Künste, Museo de las Bellas Artes, in Santa Cruz ausgestellt.
Dieses Geschlecht hat so nicht nur architektonisch das Bild La Lagunas entscheidend bereichert, sondern auch in der Welt der Kultur und als intellektuelle Vordenker seine Spuren hinterlassen. Seit 1976 gilt das herrschaftliche Gebäude, hinter dessen Mauern viele weit reichende Entscheidungen gefällt wurden, als Baudenkmal und untersteht einem besonderen Schutz.
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