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| Teneriffa - Gorch Fock in Santa Cruz |
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Gorch Fock - Das Segelschulschiff der deutschen Marine
Gorch Fock II – Die Königin der Meere
Gorch Fock - Geschichtliches
Santa Cruz - Teneriffa - Die Gorch Fock ist nach einem 1880 in Hamburg geborenen Schriftsteller benannt. Der Sohn eines Fischer, schrieb Geschichte und Theaterstücke in Niederdeutscher Sprache. Sein bekanntester Roman „Seefahrt ist Not“ ist zu einem Klassiker der Seefahrtsliteratur geworden. Gorch Fock, der bürgerlich eigentlich Johann Kinau hieß, ging 1916 im Dienst der Marine während des ersten Weltkrieges, mit der „SMS Wiesbaden“ in der Schlacht am Skagerrak unter.
Nach ihm wurde 1933 das erste Segelschulschiff benannt. Die jetzige „Gorch Fock II“ wurde 1958, in der Werft Blohm & Voss in Hamburg, vom Stapel gelassen. Sie ist 89,3 Meter lang und zwölf Meter breit. Der Tiefgang beträgt fünf Meter. Sie verfügt über 23 Segel und der Großmast ragt mehr als 45 Meter über der Wasserlinie in den Himmel. Die maximale Geschwindigkeit beträgt unter Segel 16 Knoten. Sie verfügt über einen Hilfsmotor mit 1.660 PS, der sie mit maximal knapp 14 Knoten voran bringt.
Gorch Fock - Besuch auf Teneriffa
Am 26. März brach die Gorch Fock von ihrem Heimathafen in Kiel zu ihrer 147. Auslandsausbildungsreise auf. Die neunmonatige Reise bringt die Bark nach Portugal, Spanien, Martinique, in die USA und nach Kanada, ehe sie voraussichtlich kurz vor Weihnachten wieder in der Heimat einlaufen wird. Auf der Fahrtroute lag auch der Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa, wo das Boot noch einmal Proviant aufnahm, ehe es zur Atlantiküberquerung nach Martinique aufbrach.
Gorch Fock - Allgemeines
Stolz und erhaben gleitet die Gorch Fock II mit ihren weißen Segeln über die Wellen. Drei riesige Masten ragen in den Himmel und nicht nur Segelfreaks halten bei diesem Anblick den Atem an. Als die Gorch Fock am 23. April im Hafen von Santa Cruz einlief, bereiteten ihr Schaulustige und die Kindergartenkinder der deutschen Schule einen stolzen Empfang.
Weiß leuchteten auch die Uniformen der Mannschaft die an Deck Spalier stand. An Bord befanden sich rund 80 Mann Stammbesatzung, sowie 140 Kadetten. Offiziers- und Unteroffiziersanwärter der deutschen Marine müssen im Laufe ihrer Ausbildung obligatorisch sechs bis acht Wochen an Bord verbringen. Hier lernen sie seemännisches Basiswissen, Knoten, Umlenkblöcke, Anker-Werfen, Navigation und die elementare See-Verkehrsordnung kennen.
Auf keinem anderen Schiff ist man so direkt mit den Gewalten der Natur konfrontiert, wie auf diesem Segelschiff. Es bedeutet nicht nur, dass man Wind und Wetter beachten und die richtigen Entscheidungen treffen muss, sondern ganz besonders kommt es hier auf die Kameradschaft innerhalb der Mannschaft an.
Nur wenn Hand in Hand gearbeitet und jeder mit strenger Disziplin seine Aufgaben erledigt, ist der reibungslose Ablauf an Bord gesichert. Auf engem Raum lebt die Mannschaft zusammen. Gerade deshalb gilt der Aufenthalt an Bord auch als Charakter- und Persönlichkeitsschule. Toleranz, Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt sind Grundvoraussetzungen, die auf diesem Schiff von jedem Einzelnen gefordert werden.
Deshalb verwundert es auch nicht, dass es die Mannschaft mit besonderem Stolz erfüllt, auf der Gorch Fock zu dienen. Zur Zeit steht sie unter der Kommandantur von Kapitän zur See, Norbert Scholz, der im Hafen gerne Gäste empfängt und das deutsche Prestigeschiff Presseorganen, Lokalpolitikern und auch interessiertem Publikum vorstellt. Obwohl das Segelschulschiff der Marine angehört, hat es nur Waffen zur Selbstverteidigung an Bord. Ansonsten hat es eher eine repräsentative und ausbildende Funktion. Deshalb ist die Beurteilung, die Unteroffiziers- und Offiziersanwärter nach ihrem Aufenthalt an Bord erhalten für ihre spätere Laufbahn von Bedeutung. Führungsqualitäten und Teamfähigkeit werden gleichermaßen beurteilt.
Gorch Fock - Das Leben an Bord
Das Leben an Bord der Gorch Fock ist spartanisch. Die Mannschaft schläft in Hängematten, die abends quer über die Unterdecks gespannt werden. Zur Zeit befinden sich auch fünf Frauen an Bord, die an Deck, im Sanitätsdienst oder in der Logistik ihren Dienst versehen. Ihre „Schlafgemächer“ werden durch einen Vorhang von der männlichen Besatzung abgetrennt.
Sie dürfen sogar lange Haare tragen, solange ihre Frisur die militärische Kopfbedeckung nicht beeinträchtigt. Dieses Privileg soll voraussichtlich in Zukunft auch für ihre männlichen Kollegen gelten. Es gibt feste Essenszeiten. Alkohol ist nur in Maßen erlaubt. Die Tagesration von zwei Dosen Bier dar auch nicht gehortet werden, um sich zu einem späteren Zeitpunkt eine kleine „Bord-Party“ zu gönnen.
Das Leben an Bord ist hart. Es gibt keinerlei Winschen, sodass jede Last mit reiner Muskelkraft bewegt werden muss. Werden die Segel gesetzt, so bedeutet das, dass man den rund 30 Meter hohen Mast hinaufklettern muss. Eine Aufgabe, die durchaus Mut erfordert, denn erst auf den Querstreben können sich die Matrosen zur Sicherung in vorgegeben Haken einklinken. Bei heftigem Wind und Wellengang muss man deshalb durchaus Standfestigkeit und Umsicht beweisen und auch hier zählt die Kameradschaft.
Das riesige Ruder beansprucht bei rauer See die Muskelkraft von bis zu vier Personen, um das Schiff auf Kurs zu halten. Ein eigner Meteorologe sorgt dafür die klimatischen Bedingungen und bevorstehende Wetteränderungen rechtzeitig vorauszuberechnen. Eine mehr als ausreichende Anzahl an Rettungsbooten gewährt die Sicherheit der Mannschaft, auch in Notfällen, die es allerdings noch nicht gegeben hat. Mit der Außenwelt ist das Schiff per Satelliten-Telefon und Computer verbunden. Nur im Hafen sorgt eine Satellitenschüssel für ein TV-Programm.
Natürlich ist der Besatzung der Landgang erlaubt, sobald die Gorch Fock in einem Hafen vor Anker liegt. Denn die Begegnung mit anderen Ländern und Kulturen soll ebenfalls zu einer weltoffenen und liberalen Einstellung beitragen, die die Persönlichkeit formen. Einwandfreies Benehmen und ein mäßiger Umgang mit Alkohol wird auch dann von der Mannschaft erwartet, wenn sie in ihrer weißen Ausgehuniform stolz von Bord geht. Tatsächlich erfüllte es alle Besatzungsmitglieder mit großem Stolz, Teil dieses prestigeträchtigen Schiffes zu sein.
Gorch Fock - Volle Fahrt voraus
Nachdem die Gorch Fock drei Tage im Hafen von Santa Cruz verbracht hat, brach sie zur Atlantiküberquerung auf. Rund 21 Tage, abhängig von der Gunst des Passatwindes, dauert die Überfahrt zum amerikanischen Kontinent. Normalerweise geht das Schulschiff jedes Jahr im Herbst auf eine drei- bis viermonatige Ausbildungsreise. In diesem Jahr wird sie allerdings etwa neuen Monate unterwegs sein. Grund dafür ist eine Einladung zur Segelregatta anlässlich der Feier des 400-jährigen Bestehens von Virginia.
Vom 2. bis 13 Juli wird sie dann von Newport nach Halifax segeln und versuchen den Sieg über die anderen Mitstreiter davon zu tragen. Zahlreiche Pokale an Bord zeugen von dem Ehrgeiz der Besatzung. Im Jahr 2000 beispielsweise gewann die Gorch Fock die Transatlantik-Regatta. Insgesamt drei Mal wird im Laufe der diesjährigen Fahrt die Crew gewechselt. Während die einen künftigen Offiziersanwärter von Bord gehen, rücken die Nächsten nach. Einige der Stammbesatzung können diese Zeiten auch für kurze Heimaturlaube nutzen.
Gorch Fock - Majestät Gorch Fock
Auch wenn das Leben an Bord nur den Offizieren einen relativen Luxus bietet, ist der Dienst auf der Gorch Fock für alle ein besonderes, das die Besatzung mit Stolz erfüllt. Die majestätische Ausstrahlung dieses Schiffes, das stolz über die Wellen reitet, zieht Besatzung und Zuschauer gleichermaßen in seinen Bann. In diesem Sinne kann man der Gorch Fock nur allzeit gute Fahrt und volle Segel bei der bevorstehenden Regatta wünschen.
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