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La Matanza - Ein Ort mit blutiger Geschichte
Teneriffa - La Matanza, liegt im Nordosten der Insel Teneriffa zwischen La Orotava und El Sauzal , auf einer Höhe von rund 520 Metern über dem Meeresspiegel. La Matanza hat eine Ausdehnung über etwas mehr als 14 Quadratkilometer und wird von rund 7.975 Menschen bewohnt. Seit altersher zeichnet er sich durch seine kontrastreiche Umgebung aus. Schroffe Felswände und Schluchten werden abgelöst von duftenden Pinien- und Lorbeerwäldern.
Die Geschichte war der Namensgeber
Zu Zeiten der Ureinwohner wurde die Gegend Acentejo oder Farfan genannt. Genau in diesen Schluchten und Wäldern fand, im Jahr 1494, die erste große Schlacht während des Eroberungskampfes der Spanier statt. Dort waren die Guanchen, unter Mencey Bencomo, aufgrund ihrer Ortskenntnis und der Ausnutzung der natürlichen Fallen den spanischen Eindringlingen, unter Führung Alonso Fernández de Lugos, haushoch überlegen und fügten dem Feind erheblichen Schaden zu.
Aufgrund des großen Blutvergießens wurde die Gegend später La Matanza de Acentejo genannt. La Matanza bedeutet die Schlacht oder das Gemetzel. Ebenso wie der Nachbarort, in dem die Spanier zwei Jahre später gegen die Einheimischen gewannen, heute noch La Victoria, der Sieg, heißt. Das Schwert im Gemeindewappen ist ein Hinweis auf diesen Teil der Geschichte. Darüber hinaus hat der Weinanbau in dieser Gegend, seit dem XV. Jahrhundert, einen großen Stellenwert und mittlerweile eine jahrhundertlange Tradition. Weine, aus dem Gebiet Tacoronte Acentejo haben sich inzwischen auf internationaler Ebene etabliert und genießen einen guten Ruf.
La Matanza - Ein Ort des Wandels und der Tradition
La Matanza de Acentejo ist heute ein dynamischer und sich ständig entwickelnder Ort, der gleichzeitig noch immer von seinem ländlichen Charakter, der Landwirtschaft und der Pflege alter Traditionen geprägt wird. Auch im Bereich des Umweltschutzes gilt er als vorbildlich. Um das rurale Flair und damit das Herz des Ortes sichtbar zu konservieren, wurde viel Mühe aufgewendet, um alte, historische Gebäude, wie die Casa de Doña Sixta, Lomo La Zapatera oder das alte Rathaus, zu erhalten.
La Matanza - Ruraler Tourismus heißt das Schlagwort
In La Matanza findet man keine großen Bettenburgen und touristischen Anlagen. Dafür aber kleine rurale Unterkünfte, die den ländlichen Charakter des Ortes reflektieren. La Matanza wird vor allem von Naturliebhabern und Wanderfreunden frequentiert, die nicht unbedingt den ganzen Tag nur Sonnenschein haben möchten. Aufgrund der Höhenlage kann der Ort zuweilen etwas frischer sein oder sich in mystischen Nebelwolken verstecken. Zahlreiche Wanderwege bieten einen atemberaubenden Ausblick auf die bezaubernde Landschaft.
Dabei kann man sowohl durch die Wälder der Berge, Montañas de San Antonio, marschieren, wie auch an der lieblicheren, unter Naturschutz stehenden, Küste, Costa de Acentejo, entlang schlendern. Zwischendurch bietet sich eine Rast in einem der Lokale des Städtchens an. Hier reicht das Angebot von einfach-rustikal bis zu stilvoll-attraktiv. Die Küche von La Matanza bietet ein breites Spektrum von simplen traditionellen Gerichten bis hin zu Menüs auf internationalem Niveau. Je nachdem, wonach der Sinn steht, kann man sich auf die eine oder andere Weise verwöhnen lassen – und natürlich darf dabei ein edler Tropfen aus den eigenen Weinbergen nicht fehlen.
La Matanza - Die Liebe zur Tradition
In La Matanza wird das alte Brauchtum in Ehren gehalten. Deshalb finden hier noch viele traditionelle Feste statt, die das Dorfleben bereichern und an die ländlichen Wurzeln erinnern. Zu Jahresbeginn, im Januar, zieht die althergebrachte Tiersegnung viele Besucher aus Nah und Fern an. Im Mai findet die Romería statt und zu Corpus Christi werden hier eine Woche lang Blumen, in aller Pracht und Blüte gespendet.
Im August wird dem „Retter der Welt“ (El Salvador del Mundo) gehuldigt und im Oktober wird die Schutzpatronin Nuestra Señora del Rosario geehrt. Weihnachten erfährt mit dem Tanz des Kindes ein emblematisches Fest. Und natürlich trinkt man in La Matanza auch heute noch am liebsten den edlen Tropfen aus den eigenen Reben. Der an den Wochenenden geöffnete Bauernmarkt zeugt ebenfalls vom ländlichen Charakter der Gegend und bietet unterschiedlichste landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Handwerkskunst an.
La Matanza - Klima und Natur
Das frische Klima der Bergwelt und die reine Luft machten den Ort vor Jahrzehnten zu einem begehrten Urlaubsziel, dessen Güte sich vor allem an dem gesunden Klima orientierte. Noch heute macht La Matanza diesem Ruf alle Ehre. Das milde Klima, das auch an der übrigen Nordküste vorherrscht, wird von der sanften Brise, die vom Meer heraufweht, geprägt. Dabei formen sich häufig Wolkenfelder, die Mar de Nubes genannt werden, und weithin ein nahezu mystisch anmutendes Wolkenspiel bieten. Geographisch wird die Gegend von Kontrasten geprägt.
Einerseits erstreckt sich La Matanza bis an die Küste und bietet blauen Ozean mit dem Geschmack des Salzes auf den Lippen gepaart mit dem Aroma von Thymian oder Lavendel. Andererseits erstreckt es sich bis in die waldreiche Bergwelt, die die Sinne mit dem Duft von Eukalyptus- und Lorbeerbäumen, Wilder Orange und verschiedenen Pinienarten betören. Rund 250 Hektar Pinienwald erstrecken sich im Gemeindegebiet. Tiefe Schluchten, endemische Flora und Fauna sowie gigantische Kastanienbäume schaffen ein kontrastreiches und interessantes Ambiente.
La Matanza - Strandleben inmitten des Naturschutzgebietes
Die Costa de Acentejo ist als Naturschutzgebiet bekannt. Sie bietet zahlreichen Pflanzen und Tierarten, manche davon sind nur auf Teneriffa zu finden, ein geschütztes Refugium. Baden kann man am Strand des sonnenverwöhnten Stadtteils Puntillo del Sol (Sonnenpünktchen) oder in den Buchten La Negra und El Bao. In El Caletón befindet sich sogar ein kleiner malerischer Fischerhafen. In den Höhenlagen bietet die Gegend um den Vulkan Montañas de San Antonio eine einzigartige Schönheit. Die Farben der Kastanien, Weinreben, Pinien, Kartoffel- und Maisfelder vermischen sich mit dem Blau des Horizonts und des Ozeans sowie dem Ausblick auf den Gipfel des Teide zu einer zauberhaften Kulisse.
La Matanza - Architektur mit Geschichte
In La Matanza befinden sich einige Gebäude, die Zeugen der Vergangenheit waren und bis in die heutige Zeit liebevoll erhalten werden. Dazu zählt die Klosterkapelle San Antonio Abad, die von dem Eroberer Antón Vallejo, erbaut wurde. Er löste mit dem Bau einen Schwur ein, den er seinem Namenspatron, dem Heiligen Antonius, in seinen schlimmsten Stunden auf dem Schlachtfeld gegeben hatte.
Aus dieser Anekdote kann man das Alter des Gotteshauses sehr gut festlegen. Im Jahr 1884 wurde es zu seiner jetzigen Größe ausgebaut. Der heilige Antonius war das erste Heiligenbild, das nach Teneriffa gebracht wurde. Aus dem XVII. Jahrhundert stammt die Kapelle Nuestra Señora de la Luz in Guía, die in einen traditionellen kanarischen Gebäudekopmlex, bestehend aus Wohnunterkünften, Weinkeller, Innenhof und Feldern, integriert ist.
Das ehemalige alte Rathaus von La Matanza dient seit seiner Restaurierung als Kunstschule mit Ausstellungsräumen. Eine riesige Felswand direkt am Ortseingang, wenn man den Ort von der Autobahnausfahrt aus erreicht, erinnert ebenfalls an historische Wurzeln. Der Barranco markiert den Fluss der Quelle del Pino, die einst eine wertvolle Wasserquelle für die Bewohner war. Die Kirche El Salvador wurde 1936, auf der Ruine eines viel älteren durch einen verheerenden Brand zerstörten Gotteshauses errichtet. Das Original wurde auf Befehl des Eroberers Fernández de Lugo errichtet.
La Matanza bietet seinen Besuchern eine gelungene Mischung aus Moderne und Historie. Das moderne Leben und zahlreiche Sportmöglichkeiten werden ebenso geschätzt und geehrt, wie alte liebevoll erhaltene Gebäude von historischem Wert. Natur, Geschichte und die Gegenwart verweben sich zu einem Gesamtbild, das sich zu entdecken lohnt.
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