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Teneriffa - Mansion Abaco – ein „Cocktail-Museum“ PDF Drucken E-Mail
 

 

 

 

 

Symbiose zwischen Antiquitäten und coolen Drinks

 

 

  Der kanarische Landsitz in EL Durazno in Puerto de la Cruz war Jahrhunderte lang Eigentum der Familie de Lugo. Ein Neffe des spanischen Eroberers, der die Guanchen unterwarf, wurde mit den Ländereien für seine Dienste entlohnt.

 

Zunächst baute der neue Herr, in dem ehemaligen Herrschaftsgebiet des Königs Taoro, Zuckerrohr an. Er errichtete eine Zuckerrohrfabrik, eine Getreidemühle sowie das Franziskanerkloster in La Orotava . Mitte des 16. Jahrhunderts begann der damalige Gutsherr, Weinreben in den fruchtbaren Boden zu stecken.

 

Sein Nachfolger führte diese Initiative fort und erweiterte das Gut um eine Weinpresse und Kelter. Briten, die damals zu Besuch auf Teneriffa waren, nahmen den edlen Tropfen mit in ihre Heimat. Sogar der englische König orderte fortan den kanarischen Wein.

 

Das heutige Herrenhaus entstand erst im 18. Jahrhundert und wurde vom elften Graf von La Gomera, der mit einer Tochter der Lugo-Familie verheiratet war, erbaut. Eigentlich aus Protest, da die Bürger La Orotavas sich weigerten ihn mit „seiner Exzellenz“ anzusprechen, wie es ihm standesgemäß gebührt hätte. Auf dem Landsitz zog er sich von „ignoranten Pöbel“ zurück. Die hauseigene Kapelle widmete er dem heiligen Anton.

 

Die rund 400 Jahre alte Figur wurde an das Familienmitglied vererbt, das den Namen Antonio oder Antonia trug. Später im 19. Jahrhundert, hinterließ das Kindermädchen einer englischen Familie, die sich vorübergehend in der Mansion eingemietet hatte, ihre heute noch sichtbaren Spuren. In den Ecken ihres Schlafzimmers, ließ sie das Gebet „Einige haben Nahrung und können nicht essen, andere möchten essen und haben keine Nahrung. Wir haben Nahrung und können essen, und dafür danken wir dem Herrn“  anbringen. Nachdem die Erbfolge, mangels Nachfolge unterbrochen wurde, wurde das Haus im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrmals verkauft, bis es von seinem heutigen Besitzer übernommen und in ein Museum verwandelt wurde

 

. Das Besondere daran ist, dass sich das Haus ab 20 Uhr in eine exklusive Cocktailbar verwandelt, in der die Gäste sowohl das stilvolle Ambiente aller Räumlichkeiten, sowie internationale Drinks genießen können. An den Wochenenden wird den Besuchern zusätzlich Live-Musik geboten. Egal ob am Tage oder bei Nacht, dieses Haus begeistert durch seine ehrwürdige Geschichte und die wertvollen Antiquitäten.

 

Decken und Böden sind noch aus Original-Tea-Holz aus dem 18. Jahrhundert, das als besonders resistent galt. Die Wände zieren alte Kunstschätze, wie zum Beispiel ein Lüster aus mallorquinischem Kristall mit reicher Blütenverzierung, die die ehemaligen Besitzer auf ihre Reisen zusammengetragen haben.

 

Im Salon sind, wie in kanarischen Häusern üblich, vor den Fenstern Sitzbänke angebracht. Dort blickte man aus dem Fenster, um seine Umgebung zu beobachten oder nutzte es bei der Brautwerbung um sich anzunähern. Das Paar saß sich, natürlich im Beisein der Mutter, gegenüber, um einander kennen zu lernen. Löschte die Mutter die Kerzen, war dies der unmissverständliche Hinweis, dass sich der Jüngling doch bitte verabschieden möge.

 

Der Innenhof ist gartenähnlich angelegt und bietet einen einzigartigen Panoramablick über das Orotavatal , Puerto de la Cruz und den atlantischen Ozean. Die Mischung aus altem Gemäuer, antikem Mobiliar und moderner Cocktailbar ist einzigartig. Hier kann man sich einen Moment lang vorstellen, wie es gewesen sein mag, als das Leben der Menschen noch ganz anderen Gesetzen folgte.

 

Das Museum ist täglich von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis von sieben Euro beinhaltet einen Drink und eine Folkloreshow, die gegen 11 Uhr aufgeführt wird. Die Bar öffnet ab 20 Uhr. Dienstags hat Haus und Personal Ruhetag.

 

 

 

 
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