La Laguna - Das Haus Lercaro wurde im Jahr 1593 von einer reichen
Kaufmannsfamilie errichtet. Es gilt als eines der ältesten Häuser der Stadt und
ist seit seiner Renovierung vor rund zehn Jahren im Besitz der Inselregierung.
Es beherbergt heute das sehenswerte historische Museum der Stadt. Die Front des
Hauses wurde von der damaligen Baukunst Genovas beeinflusst. In seinem Inneren
befindet sich eine wunderschöne Steintreppe, die in die oberen Stockwerke
führt. Der großzügige Innenhof ist von herrlichen Holzbalustraden, unter
anderem aus Lorbeerholz, umgeben.
Einst fanden hier spannende Hahnenkämpfe
statt, die den oberen Gesellschaftsschichten zur Unterhaltung dienten. Heute
befindet sich dort eine Jahrhundertuhr, die anlässlich der Jahrtausendwende von
dem bekannten Künstler Paco Palomino geschaffen wurde. Sie besteht aus 100
Quarzsand-Röhrchen, die in der Skulptur hängen. Darunter befinden sich ein
Trichter, ein Truhen-ähnliches Gebilde sowie ein Holzofen. Jedes Jahr werden
drei kleine Tongegenstände, die man als besonders charakteristisch für das
vergangene Jahr betrachtet, in die Truhe gelegt und mit dem Quarzsand des
betreffenden Jahres bedeckt.
Die zugrunde liegende Idee ist, dass unsere
Nachfahren in 100 Jahren, wenn das letzte Röhrchen geleert ist, die Truhe
öffnen und dort vorfinden, was zu unserer Zeit bedeutend war und die Menschen
bewegte. Ein weiteres interessantes Detail bietet der zentrale Brunnen aus dem
20.Jahrhundert. Sein Deckel ist mit einem Lochmuster versehen, sodass man beim
Blick in die Tiefe einen Stern leuchten sieht.
Der Innenhof und der dahinter
liegende Ausgang werden von der Öffentlichkeit als Durchgang zur
Parallelstrasse genutzt. Von der Hauptstrasse aus hat man Einblick in den
ehemaligen Sklavenhof und in dem hinteren Hof findet man auch hier den
Anbaugarten. Aus den Dachziegeln der Nebengebäude wachsen Felsenpflanzen. Sie
geben dem alten Gemäuer ein romantisches Flair.
Um das Haus Lercaro rankt sich
auch eine alte „Schauer-Legende“. Manche sensible Menschen erzählen von einem
kalten Windhauch, den man dort zuweilen auf der Haut spürt. Dies soll ein Gruß
von Catalina sein. Man erzählt sich, dass eine Tochter des Hauses, Catalina,
einst zur Hochzeit mit einem Mann, der ihr zuwider war, gezwungen wurde. In ihrer Verzweiflung stürzte
sich die junge Braut in der Hochzeitsnacht in den Brunnen.
Seither soll ihr
Geist durch die Räume irren und keine Ruhe finden. Manche behaupten sogar, die
Frau im weißen Kleid gesehen zu haben. Wer beim Betreten des Hauses demnach
eine Gänsehaut bekommt, kann sich von dem Hausgeist begrüßt fühlen. Der
Lercaro-Palast ist nicht nur ein sehenswertes Haus, sondern auch das in ihm befindliche
Museum ist einen Besuch wert. Es bringt dem Besucher die Geschichte der
Kanarischen Insel auf anschauliche Weise nah.