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Refugio Altavista - Auf diese Hütte baut der Wanderer 

 

Teneriffa - In einer Höhe von 3.270 Metern bietet die Schutzhütte „Refugio de Altavista“ dem müden Wanderer Schutz vor Wind und Wetter. Besonders beliebt ist das Refugio, das man über die Montaña Blanca erreicht, bei Abenteurern, die schon frühmorgens den Sonnenaufgang auf dem höchsten Berg Spaniens bewundern möchten.

 

Wer in der Schutzhütte übernachtet, hat mit der Reservierung gleichzeitig das Recht erworben, in den abgesperrten Bereich bis zum Pico de Teide vorzudringen. Das erspart die Mühe um die sonst erforderliche Aufstiegsgenehmigung. Allerdings muss man vor neun Uhr morgens zum Gipfel emporsteigen.

 

Die Hütte auf der Nordseite des Teide wurde 1892 von einem auf der Insel lebenden Engländer erbaut. Er hatte erstmals die Idee, dass ein paar schützende Wände, so manchem Wanderer das Leben retten könnte. Seit 1950 befindet sich das Refugio im Besitz der Inselregierung.

 

Von April 2006 bis Oktober 2007 wurde sie grundlegend renoviert. Sie verfügt nun über eine Kapazität von maximal 60 Plätzen in Etagenbetten, einen behaglichen Wohnraum mit offenem Kamin, einer Küche und modernen sanitären Anlagen.

 

Für Verpflegung muss jeder Gast selbst sorgen. Eine wärmende Decke und Bettzeug sind in dem Übernachtungspreis von 20 Euro inbegriffen. Selbst an Tagen, an denen der Zugang zum Teide witterungsbedingt gesperrt ist, wird ein kleiner Schutzraum geöffnet bleiben, um verirrten Wandersleuten den Erfrierungstod zu ersparen.

 

Im Zuge der Modernisierung wurde eine Glasfaserleitung verlegt, die einen Internetanschluss und so eine schnelle Kommunikation ermöglicht. Rund eine Million Euro wurden in das Projekt investiert. Ein Vorhaben, das auf so manche Schwierigkeiten gestoßen ist. Den Bauarbeitern wurde Höchstleistung abverlangt, denn das Arbeiten in der dünnen Höhenluft beansprucht den Organismus weit über das normale Maß hinaus. 

 

Allein der Zugang zur Baustelle erforderte eine tägliche Kletterpartie. Aber auch die verwendeten Materialien sind mussten den hohen Anforderungen genügen. In der Nacht kühlt es auf dem Gipfel des Teide empfindlich ab. Sobald die Sonne zum Vorschein kommt, klettern die Temperaturen aber schnell von Minusgraden auf um die 20 Grad Celsius und mehr. Sowohl Außenanstrich, wie auch im Innenraum verwendete Baustoffe müssen diese rasanten Temperaturschwankungen verkraften.

 

Und vor allem musste es vor Ort gebracht werden und stellte so die Bauleitung vor eine wahrlich schweißtreibende Aufgabe. Wer den Weg nach oben einmal angetreten ist, weiß die Arbeit, die hier geleistet worden ist, zu schätzen.

 

Der Weg ist beschwerlich, aber imposant. Dem Auge bietet sich ein atemberaubender Panoramablick dar. Die einzigartige Vielfalt der Vulkanlandschaft fasziniert und hinterlässt mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck.  „Wer hier unter dem klaren Sternenzelt, in absoluter Ruhe eine Nacht verbracht hat, wird diese nie mehr vergessen“, versprach Inselpräsident Ricardo Melchior anlässlich der Einweihung. Jeder, der schon einmal dort gestanden hat, wird verstehen, was er meint.

 

 

Vorsicht ist angebracht

 

 

 Dennoch sollte man vor der Wanderung einige wichtige Dinge beachten. Der Aufstieg vom Parkplatz der Montaña Blanca aus wird zu Recht mit einem hohen Schwierigkeitsgrad angegeben. Auf der Wegstrecke müssen bis zur Hütte mehr als 900 Höhenmeter überwunden werden.

 

Rund fünf Stunden dauert der mühsame Aufstieg, der für Menschen mit Herz- und Kreislaufbeschwerden ungeeignet ist. Mitarbeiter des Medio Ambiente machen darauf aufmerksam, dass man die ausgewiesenen Pfade unter keinen Umständen verlassen soll. Dabei geht es nicht nur darum, das empfindliche Ökosystem der Flora und Fauna nicht zu zerstören, sondern vor allem um die Sicherheit der Besucher.

 

Zu leicht verirrt man sich in der bizarren Bergwelt und verliert die Orientierung. Die Wanderung sollte in den frühen Morgenstunden begonnen werden, denn in der Mittagshitze ist die Anstrengung kaum zu bewältigen. „Wir haben schon viele Leute eingesammelt, die sich selbst über- und den mühevollen Aufstieg unterschätzt haben“, bestätigt ein Mitarbeiter des Naturparks.

 

Absolutes Muss für den Erfolg des Unternehmens ist eine ausreichende Wasserversorgung, Sonnenschutzcreme, gutes Schuhwerk und möglichst eine Kopfbedeckung. Wanderstöcke können ebenfalls hilfreich sein.

 

Die Höhensonne, gepaart mit kühlendem Wind hat sich schon für viele als schmerzlicher Trugschluss herausgestellt. Wer von der Schutzhütte aus, im Morgengrauen, den Gipfel erklimmen möchte, sollte außerdem eine Taschenlampe bei sich haben.

 

Es ist gut, kleinere Pausen zur kurzen Rast einzuplanen, damit sich der Körper an die Höhenluft gewöhnen kann. Zweifelsohne lohnt sich die Mühe. Die eindrucksvolle Kulisse, die die Natur in dieser luftigen Höhe bietet, entschädigt für alle Strapazen und  wird sich für immer in das Gedächtnis eingraben. Nach einer Nacht in der Schutzhütte kann man mit aufgetankten Kraftreserven, den letzten Endspurt zum Gipfel in Angriff nehmen. 

 

Platzreservierungen für das Refugio können unter der Telefonnummer 922 23 98 11 vorgenommen werden. Man versteht dort auch Deutsch und Englisch.

 

 

 
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